Globale Mindestbesteuerung auf der Zielgeraden - Alle Unternehmen mit Konzernumsatz > 750 Mio.

Ab 2024: Besteuerung auf Basis Konzern-Standards (IFRS oder HGB) Am 16. August 2023 hat das Bundeskabinett den Regierungsentwurf zur Umsetzung der globalen Mindestbesteuerung beschlossen. Es gab weitreichende Anpassungen gegenĂŒber dem einen Monat zuvor verabschiedeten Referentenentwurf.

Wen betrifft die globale Mindestbesteuerung?

Betroffen sind alle Großunternehmen und Unternehmensgruppen mit einem Konzern-Jahresumsatz von mind. 750 Mio. Euro in mindestens zwei der vier vorangegangenen Wirtschaftsjahre, unabhĂ€ngig von der Rechtsform und bei einer in der EU ansĂ€ssigen Obergesellschaft sogar unabhĂ€ngig davon, ob es sich um eine rein nationale oder grenzĂŒberschreitende Unternehmensgruppe handelt.
 
Wann?

FĂŒr Unternehmen, die ZwischenabschlĂŒsse veröffentlichen, ab Q1 2024 bzw. zum Halbjahresabschluss, andernfalls sind die SteuerrĂŒckstellungen nach Pillar 2 erstmals zum 31.12.2024 nach den Neuregelungen zu berechnen.
Ausgangsbasis fĂŒr die Berechnung der Mindeststeuer ist der Mindeststeuer-Gewinn oder Mindeststeuer-Verlust. Dieser ist nach § 15 Abs. 1 des Regierungsentwurfs... "der fĂŒr Konsolidierungszwecke aus den Rechnungslegungsdaten der jeweiligen GeschĂ€ftseinheit abgeleitete und an konzerneinheitliche Ansatz- und Bewertungsregeln angeglichene JahresĂŒberschuss oder Jahresfehlbetrag vor Konsolidierungsanpassungen und Zwischenergebniseliminierungen (Mindeststeuer-JahresĂŒberschuss oder Mindeststeuer-Jahresfehlbetrag), korrigiert um die in § 18 bezeichneten BetrĂ€ge. Auswirkungen aus der Anpassung des Buchwerts von Vermögenswerten und Schulden bei einer GeschĂ€ftseinheit, die aufgrund der Anwendung der Erwerbsmethode bei einem Beteiligungserwerb im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses resultieren, dĂŒrfen nicht berĂŒcksichtigt werden."

Dieser Mindeststeuer-Gewinn oder Verlust ist dabei auch fĂŒr bisher nicht konsolidierte Tochterunternehmen, BetriebsstĂ€tten und nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen zu ermitteln.
 

Basis der Besteuerung ist daher das Jahresergebnis gemĂ€ĂŸ Reporting Package und somit die HB II einzelner Konzerngesellschaften sein. Dieses Ergebnis ist um eine Vielzahl von Sachverhalten zu bereinigen, u.a. um

  • Konsolidierungsbuchungen aus Erstkonsolidierungen
  • Anpassungen im Package im Vorfeld der Schuldenkonsolidierung
  • Klassifizierung der auf der Aktivseite ausgewiesenen Finanzinstrumenten im Einklang mit dem Emittenten (§ 17, neu!)
  • bestimmte Dividenden und Abschreibungen, Zuschreibungen sowie VerĂ€ußerungsgewinne aus Beteiligungen
  • die in § 18 enthaltenen Hinzurechnungen, und KĂŒrzungen, z.B. vermindert um Gewinne oder Verluste aus Eigenkapitalbeteiligungen (§ 21), oder  Gewinn und Verluste aus der Neubewertung von Sachanlagen (beides IFRS)
  • IFRS-Anpassungen, die in dem Reporting an die Mutter (Konzern-Wesentlichkeit) unterlassen, aber aus Einzelabschluss-Sicht wesentlich sind (z.B. Umsatzrealisierung)
  • Push-Downs von Buchungen auf zentraler Ebene
  • Anpassung der latenten Steuern (i.S.d. § 48).

Diese Anpassungen werden weit ĂŒberwiegend in den Reporting Packages der jeweiligen Gesellschaft vorgenommen werden mĂŒssen. Nach ersten Erfahrungen und SchĂ€tzungen sind fĂŒr die Berechnung der Kennzahl „effektiver Steuersatz“ auf Basis des Mindeststeuer-Ergebnisses mehr als 80 Datenpunkte pro Konzerneinheit zu berĂŒcksichtigen.
 
Damit ist klar: Kollegen aus der Konzernrechnungslegung, Steuerabteilung und IT mĂŒssen an einen Tisch fĂŒr die Implementierung von Pillar 2.
 
Viele Unternehmen holen sich bei der Implementierung von Pillar 2 Berater zur UnterstĂŒtzung. Werden an Pillar 2 beteiligte Mitarbeiter aber nicht geschult, sind diese im Implementierungsprozess und im Anschluss daran nur BefehlsempfĂ€nger und nicht in der Lage, den Prozess aktiv durch eigene Ideen fĂŒr das Unternehmen bestmöglich und zur eigenen Zufriedenheit umzusetzen.
 
Schulungsbedarf ergibt sich nicht nur hinsichtlich der einzelnen Punkte des finalen Gesetzes zur Umsetzung der globalen Mindestbesteuerungen, sondern auch bzgl. der IFRS und latenter Steuern. Im Kurs Latente Steuern behandeln wir auch die im Package vorgenommenen Konsolidierungsbuchungen, die fĂŒr Zwecke der Ermittlung des Mindeststeuer-Gewinns bzw. -Verlusts zu eliminieren sind.
 
Wir empfehlen entweder den Besuch der öffentlichen Seminare CINA bzw. IFRS kompakt fĂŒr IFRS und den 2-Tageskurs Latente Steuern. Oder aber sie entscheiden sich fĂŒr ein speziell auf Ihren Konzern zugeschnittenes Inhouse-Seminar.

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